Der Mähnenwolf

Beschreibung
Der Mähnenwolf (Chrysocyon brachyurus) zählt innerhalb der Familie der Hunde (Canidae) zum Tribus der Echte Hunden (Canini). Er ist der größte wildhund Südamerikas. Auch wenn sein Name auf eine Verwandschaft zum Wolf schließen läßt, aber mit den Wölfen ist er nicht weiter verwandt.
Der Mähnenwolf erreicht eine Länge von gut 125 cm, eine Schulterhöhe von 85 bis 90 sowie ein Gewicht von 20 bis 30 Kg. Der lange Schwanz weist eine Länge von 40 cm auf. Das Fell ist auf überwiegend rotbraun bis rostbraun gefärbt und geht zur Bauchseite hin in ein hellbraun über. Die lange Mähne an Rücken und Nacken war für diese Art namensgebend. Die Rückenmähne kann der Mähnenwolf bei Gefahr aufstellen. Er erscheint einem Feind somit größer als er ist. Die sehr großen Ohren sind spitz zulaufend und innen weißlich behaart. Eine weißliche Färbung haben auch die Schwanzspitze und der Kehlbart. Die spitze Schnauze ist dunkelbraun gefärbt. Der Mähnenwolf verfügt über ausgesprochen lange Beine. Er ist damit aber alles andere als ein schneller und guter Läufer. Die langen Beine sind evolutionstechnisch eine Anpassung an seinen Lebensraum, der durch hohes Gras gekennzeichnet ist. Für Carnivoren total untypisch ist die Fortbewegung im Passgang. Dabei werden jeweils Vorder- und Hinterbeine gleichzeitig bewegt. Daraus ergibt sich eine leicht hüpfende und schaukelnde Bewegung. Die Tiere sind nachtaktive Jäger, die paarweise ein Revier von 20 bis 30 qkm bewohnen. Die Partner gehen sich außerhalb der Paarungszeit allergings aus dem Weg. Aufgrund der Zerstörung ihrer Lebensräume und der Bejagung durch Farmer, die glauben, Mähnenwölfe würden ihr Vieh reissen, ist die Art vom Aussterben bedroht bzw. gebietsweise bereits ausgerottet. Die Rote Liste des IUCN führt den Mähnenwolf als bedrohte Art. Die Geschlechtsreife erreicht der Mähnenwolf mit etwa fünfzehn bis achtzehn Monaten. Mähnenwölfe können ein Alter von bis zu fünfzehn Jahren erreichen.

Verbreitung und Lebensraum
Mähnenwölfe leben in den weiten Grassavannen und Steppen Südamerikas. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Südbrasilien über Paraguay. Früher war er auch in Argentinien und Uruguay heimisch, dort wurde er aber mittlerweile ausgerottet. Hier und da sind sie auch in Überschwemmungsgebieten und Auwäldern anzutreffen.
Lebensweise
Von anderen großen Wildhunden weichen Mähnenwölfe in der Lebensweise beträchtlich ab. Sie bilden keine Rudel. Männchen und Weibchen bewohnen zusammen ein Territorium, doch gehen sie tagsüber eigene Wege und jagen getrennt. Nur nach einer Geburt ist die Partnerschaft enger, und der Rüde hilft bei der Aufzucht und Versorgung der im Schnitt fünf Welpen. Mähnenwölfe sind nachtaktiv. Ihre Zähne sind so weit zurückgebildet, dass sie keine großen Tiere erjagen und zerlegen können. Trotz ihrer Größe haben sie sich auf kleine Beutetiere wie Kaninchen, Nagetiere, Vögel, Echsen, Vogelspinnen und Insekten spezialisiert; Ihren Speiseplan bessern sie mit Früchten und Wurzelwerk aller Art auf.
Sonstiges
Die Jagd auf Mähnenwölfe wird damit begründet, dass er Schafe, Rinder und Pferde töte. Diese von den Farmern immer wieder aufgestellten Behauptungen sind jedoch unwahr, da der Mähnenwolf so große Tiere nicht erlegen kann. Allerhöchstens bricht er einmal in einen Hühnerstall ein. Der Mähnenwolf ist mit dem eigentlichen Wolf nicht verwandt. Lange wurde eine Verwandtschaft mit südamerikanischen Kampfüchsen wie dem Andenschakal vermutet. Nach neuen Untersuchungen ist der Mähnenwolf jedoch mit überhaupt keinem lebenden Wildhund sonderlich nahe verwandt und ist vermutlich ein Überlebender der südamerikanischen Großtierfauna des Pleistozäns.