Der Mähnenwolf

Beschreibung
Der Mexikanische Wolf (Canis lupus baileyi), in Mexiko El lobo genannt, ist die kleinste der fünf amerikanischen Unterarten des Wolfs (Canis lupus) und gehört somit zur Familie der Hundeartigen (Canidae) zur Gattung Wolfs- und Schakalartige (Canis).
Der Mexikanische Wolf ist die kleinste nordamerikanische Unterart des Wolfes und erreicht lediglich eine Körperlänge von 120 bis 135 Zentimeter, eine Schulterhöhe von 66 bis 81 Zentimeter sowie ein Gewicht von 35 bis 45 Kilogramm. Mexikanischer WolfSein kräftig gebauter Körper endet in einem buschigen Schwanz, der eine Länge von bis zu 40 Zentimeter aufweist. Männchen werden etwas größer und schwerer als Weibchen. Das buschige Fell weist eine graubraune bis hellbraune Grundfärbung auf und ist mit dunkleren Streifen durchzogen. Die Färbung kann allerdings stark variieren. Schwanz-, Fuß- und Ohrenspitzen sind meistens schwarz. Die Bauchseite ist grundsätzlich heller als die Oberseite. Das Fell besteht aus zwei Schichten. Zum einen besteht es aus einer dichten Unterwolle und zum anderen aus oben aufliegenden gröberen Grannenhaaren. Die dichte Unterwolle schützt den Mexikanischen Wolf vor Kälte und Nässe. Der Kopf ist recht breit und sitzt auf einem massigen Hals. Die Schnauze ist kurz und dick. Er hat lange Beine und einen schlanken Körper.Die Ohren sind von stehender Form. Die Augen sind nach vorne gerichtet und ermöglichen dem Mexikanischen Wolf ein räumliches Sehen.

Verbreitung und Lebensraum
Der Mexikanische Wolf ist heute nur noch im Westen Mexikos, in der Sierra Madre Occidental und Umgebung zu finden, seit der Jahrhundertwende auch wieder im Südosten Arizonas und Westen New Mexicos (durch Wiederansiedlung). Bis Anfang des 20. Jahrhunderts erstreckte sich das Verbreitungsgebiet vom Südosten Arizonas über den Westen Texas', den Süden New Mexicos bis nach Mexiko.
Das Habitat des Mexikanischen Wolfes beinhaltet Steppen, Grasland und Wälder höherer Lagen. Trockene Wüsten gehören nicht zum Habitat, sie werden nur auf der Jagd gelegentlich durchquert.

Gefährdung und Schutz
Der einzige natürliche Feind des Mexikanischen Wolfes ist der Mensch. Wegen der Jagd des Menschen auf Elche und Rotwild sahen sich die Wölfe gezwungen, Viehbestände des Menschen zu jagen, um nicht zu verhungern. Dies führte zur großflächigen Ausrottung des Mexikanischen Wolfes. Sie wurden von privat und ab 1914 auch von Forstbehörden (Animal Damage Control) erschossen, gestellt und vergiftet. In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts wurde in den Vereinigten Staaten kein Mexikanischer Wolf mehr gezählt.
Laut einem Partnervertrag zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko wurden zwischen 1977 und 1980 fünf Mexikanische Wölfe in den mexikanischen Bundesstaaten Durango und Chihuahua gefangen. Diese Wölfe wurden in Gefangenschaft weiter gezüchtet. Heute wird diese Population von der American Zoo and Aquarium Association in 40 Zoos und Naturschutzgebieten innerhalb den Vereinigten Staaten und Mexikos überwacht. Im Jahre 1995 wurden zwei zusätzliche Zuchtlinien, seit den 1960er Jahren in Gefangenschaft, ins Züchtungsprojekt integriert, nachdem DNA-Tests bestätigt haben, dass es reine Mexikanische Wölfe sind. In Gefangenschaft leben heute ca. 200 Mexikanische Wölfe.
Im März 1998 wurden 34 Mexikanische Wölfe im Südosten Arizonas wieder angesiedelt. Damit erhoffte man sich den Fortbestand dieser seit 1996 in der Roten Liste als „in der Wildnis ausgestorben“ eingestuften Unterart, weil sie unter anderem auch eine wichtige Rolle im Ökosystem spielen. Mexikanische Wölfe jagten hauptsächlich krankes, verletztes, altes und junges Wild, dies hielt die Beutepopulationen gesund und verhinderte Überpopulationen. Schon im ersten Jahr der Aussetzung wurden fünf Wölfe erschossen, einer überfahren, einer ist unbekannt verschwunden und fünf weitere haben zu ihren Aufzuchtstationen zurückgefunden. Im Jahre 2002 wurden weitere Wölfe in den Südosten Arizonas und den Apache National Forest entlassen. Da sie sich fortgepflanzt haben, breiteten sie sich weiter in den angrenzenden Gila National Forest im Westen New Mexicos aus. Das Ziel der Wiederansiedlung soll ein Wildbestand von mindestens 100 Mexikanischen Wölfen im Jahre 2008 sein.