Der Rotwolf

Beschreibung
Der Rotwolf (Canis rufus, oft auch unter dem unrichtigen Namen Canis niger geführt) ist eine nordamerikanische Art der Hunde, die nah mit dem eigentlichen Wolf verwandt ist. Rotwölfe sind deutlich kleiner als eigentliche Wölfe (die zur Unterscheidung vom Rotwolf in Nordamerika als Gray Wolf, "Grauwolf", bezeichnet werden). Sie haben eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 80 cm, der Schwanz ist zusätzlich etwa 35 cm lang. Bis zur Schulter sind sie 75 cm hoch. Das Körpergewicht beträgt etwa 25 kg. Männchen sind im Schnitt zehn Prozent größer als Weibchen. Die Farbe des Fells ist nicht immer rot, genauso wenig wie der Grauwolf immer grau ist. Neben zimtroten kommen vor allem beigegraue und auch schwärzliche Rotwölfe vor. Die Innenseite der Beine, die Bauchseite, die Innenseite der Ohren und die Seiten der Schnauze weisen eine weißliche Färbung auf. Das zuverlässigere Unterscheidungsmerkmal zum Grauwolf ist also nicht das Fell, sondern die sehr viel zierlichere Gestalt. Außerdem hat der Rotwolf eine schmalere Schnauze, proportional größere Ohren und haben deutlicher längere Beine.
Verbreitung und Lebensraum
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Rotwölfe umfasste weite Teile der südöstlichen USA. Canis rufus floridanus gilt seit 1930 als ausgestorben. Canis rufus gregoryi ist in Freiheit ausgestorben und lebt nur noch in kleinen Gruppen in Gefangenschaft. Heute leben nur noch wenige Tiere in Freiheit. Im Jahre 1980 gab es in Freiheit überhaupt keine Exemplare mehr (EX, extinct in the wild). Seither bemühen sich staatliche Organisationen wie der US Fish and Wildlife Service um die Auswilderung. Kleinere Gruppen leben heute in Nord-Carolina, in Tennessee sowie im südöstlichen Texas und im südwestliche Louisiana. Es handelt sich dabei um Tiere, die in Gefangenschaft gezüchtet und ausgewildert wurden. Lichte Wälder und deren Ränder im Hochland und in der Ebene sowie Sumpfgebiete gehören zu den bevorzugten Lebensräumen. Der Grundstock für die Auswilderung bildete rund 250 in Gefangenschaft gehaltene Rotwölfe.
Durch die Bejagung ist der Rotwolf ein Bewohner unzugänglicher Sümpfe und Bergregionen geworden, denn nur hier hat er überlebt. Ursprünglich hat er aber eine Vielzahl von Habitaten bewohnt und war in Wäldern wie im Grasland heimisch.

Lebensweise
Wegen seiner geringeren Größe jagt der Rotwolf kleinere Tiere als sein Verwandter, der Grauwolf. Waschbären, Hasen und Nagetiere sind seine Hauptbeute. Große Tiere wie Hirsche werden nur angefallen, wenn sie krank und geschwächt sind. Außerdem geht der Rotwolf auch an Aas.
Wie Grauwölfe leben Rotwölfe nachtaktiv in Rudeln. Das Heulen ist weniger laut und tragend als das des Grauwolfes; es soll wie eine Mischung der Lautgebungen von Wölfen und Kojoten klingen.

Gefährdung, Schutz
Im Jahr 1973 wurde in den USA der Endangered Species Act ("Gefährdete-Arten-Gesetz") in Kraft gesetzt. Im gleichen Jahr begann der US Fish and Wildlife Service (USFWS) ein Zuchtprogramm, wofür 79 wilde Rotwölfe gefangen und 14, die als reine Rotwölfe bestimmt wurden, als Grundstock für die Zuchtpopulation ausgewählt wurden. Ein Aussterben der Art konnte durch diese Anstrengungen verhindert werden: Die in Gefangenschaft gezüchteten Rotwölfe und ihre Jungen wurden in den 90er Jahren wieder ausgesetzt. Inzwischen gibt es wieder 100 bis 150 freilebende Rotwölfe, womit die Art aber immer noch als extrem bedroht einzustufen ist.