Die Wölfe der Isle Royale
1948/49 besiedelten die Wölfe die Isle Royale im Lake Superior, im Bundesstaat Michigan. Über eine Eisbrücke waren Sie vom Festland übergesiedelt. Auf der 530 Quadratkilometer großen Insel lebte als einziges großes Beutetier der Elch. 1959 begann man mit einer jährlichen Bestandsaufnahme der Wolf- und Elchpopulation. Zu diesem Zeitpunkt waren 20 Wölfe und 600 Elche auf der Insel. Zu Beginn der 60er Jahre wurden überdurchschnittlich viele Zwillingsgeburten (34%) bei den Elchen verzeichnet. Die Produktivität der Elchpopulation wurde von den Wölfen reguliert und durch die Jagd der Wölfe auf die Elche gesteigert. Während der 60er jahre blieb der Wolfsbestand stabil (20 bis 25 Tiere), während die Zahl der Elche zunahm (1200 Tiere). Bald begann sich der Nahrungsvorrat der Elche zu erschöpfen und die Geburtenanzahl und der Anteil der Zwillinge verringerten sich. Von 1969 bis 1972 waren die Winter sehr streng. Die Wölfe rissen viele Elchkälber. Die Geburtenzahl und die Überlebensrate bei den Elchen sank. Gleichzeitig nahm der Biberbestand auf der Isle Royale zu. Damit war die Nahrung für den Wolf das ganze Jahr über gesichert.
Aus dem bisher einzigen Rudel auf der Insel entwickelten sich vier Rudel. Die Wolfspopulation nahm bis 1980 auf 50 Tiere zu. 1881 starben jedoch 40% der Wölfe. Wahrscheinlich war Inzucht ein Grund. Die andere Ursache war die ständige Konkurrenz und die damit verursachten Streßsituationen der an Überbevölkerung leidenden Wölfe.
Die Natur hat die Bestände von Elch und Wolf damit selbst reguliert.