Die Pille für Wölfe
Während man in Europa versucht, den Wolf wieder einzubürgern, oder Ihm zumindest neue Chancen für ein Überleben zu geben, gilt der Wolf in Kanada oder Alaska vielerorts als Landplage. Die dortigen Behörden waren der Meinung, daß Wölfe am Rückgang der Karibu- und Elchbestände Schuld waren und deshalb dezimiert werden sollten. 1996/97 sollten im Yukongebiet, in Kanada, 4500 Wölfe abgeschossen werden. Der Protest von Biologen, die den Rückgang der Elch- Karibubestände den Jägern, aber auch anderen Tieren zuschreiben, verhallte. Die Mär vom Triebkiller scheint unter der Forstverwaltung immer noch nachhaltig zu wirken. Bis sich die Behörden über die Zusammenhänge der Zunahme der Wölfe und des Rückgangs der Elch- und Karibubestände einen Überblick verschafft haben, wird als einziger Kompromis die Antibabypille gesehen. In Alaska sollen deshalb Köder mit Wolf-Antibabypillen ausgelegt werden, um den Wolfsbestand, der bisher auf 6000 Tiere geschätzt wird, über die nächsten Jahre zu halbieren.
Wieder einmal hat der Mensch in ein Gefüge eingegriffen, das durchaus in der Lage ist, sich selbst zu regulieren!!!
Normalerweise folgt auf eine Zeit der Übervölkerung sozialer Streß unter den Wölfen, der auf natürliche Weise verhindert, daß zu viele Tiere geboren werden. (siehe: die Wölfe der Isle Royale)
Auf eine starke Dezimierung der Elche und Karibus folgt eine Auffrischung der Tierbestände durch das Auftreten von Zwillingsgeburten. Damit steigen die Wildbestände wieder. Sollte die Pille Erfolg zeigen, haben die Elche und Karibus weniger natürliche Feinde und können sich wieder relativ ungestört vermehren. Die Langzeitwirkungen der Pille auf den Wolfsbestand sind bei diesem bisher einzigartigen Experiment unbekannt.