Wandernder Wolf in der Uckermark gefilmt
Isegrim im Videobild: gefahrlose Autobahn-Überquerung dank Wildbrücke

Videobild des uckermärkischen Wolfs.

11. Januar 2008: Zum ersten Mal gibt einen Videobeweis für einen die Uckermark durchstreifenden Wolf. Wie das Brandenburgischen Umweltministerium mitteilt, hielt eine automatische Kamera das Tier bereits am 24. Oktober im Film fest, als es nachts eine Wildbrücke über die Autobahn 11 in Richtung westliche Schorfheide querte. Wildbiologen der Landesforstanstalt Eberswalde entdeckten dies erst jetzt bei der Auswertung der Videobänder. Die Anwesenheit von Wölfen auch in diesem Teil Brandenburgs vermuten Experten schon seit längerem.
Im fahlen Licht der Infrarot-Scheinwerfer passierte der Wolf die Wildbrücke und wurde dabei von der automatischen Videokamera erfasst. Um sicher zu gehen, dass es sich wirklich um einen Wolf und nicht etwa um einen verwilderten Hund handelt, wurden Wolfsexperten in die Auswertung einbezogen. Außerdem sorgte das Landeskriminalamt für die technische Aufarbeitung der diffusen nächtlichen Aufnahmen. Die Videoüberwachung ist Teil wissenschaftlicher Untersuchungen im Auftrag des Landesbetriebs für Straßenwesen. Da die Auswertung enorm zeitaufwändig ist, konnte das letzte Quartal 2007 erst jetzt abgeschlossenen werden.
Um die Durchlässigkeit der Landschaft im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin zu erhalten und damit große, unzerschnittene Wanderungs- und Ausbreitungsräume für Wildtiere mit hohen Lebensraumansprüchen langfristig zu sichern, wurde vor zwei Jahren die Grünbrücke über die A 11 in Betrieb genommen. Seither haben die Beobachtungskameras fast 7.000 Wildtierquerungen von Hase bis Hirsch festgehalten. Wildwechsel-bedingte Unfälle sind seitdem dort deutlich zurückgegangen.


Grünbrücke

Der NABU fordert bereits seit Jahren den Bau zusätzlicher Grünbrücken im gesamten Bundesgebiet, da nur so wandernde Arten und solche mit sehr großen Revieren wie Wildkatze, Luchs und Wolf überleben können. 2007 hat der NABU hierzu einen kompletten Bundes-Wildwegeplan ausgearbeitet. Demnach sollten bis 2020 jeweils drei durchgängige Wildwege von Nord nach Süd und West nach Ost angelegt werden., wofür 125 Grünbrücken und Querungen zu bauen wären.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Nabu (http://www.nabu.de)",
dafür, das ich diesen Artikel in meiner HP veröffentlichen durfte.