Wolfsrüde im Wendland erschossen
Jägerschaft und NABU kündigen gemeinsame Strafanzeige an
Spätestens seit den ersten Fotoaufnahmen eines Wolfes Mitte Mai 2007 in der Forstverwaltung Rheinmetall war bekannt, dass im östlichen Teil Niedersachsens mit der Anwesenheit von Wölfen gerechnet werden muss. Trotz intensiver öffentlicher Berichterstattung und Diskussion wurde nun am Samstag (15.12.) auf einer Gesellschaftsjagd bei Gartow im Kreis Lüchow-Dannenberg ein Wolf erlegt.

(Trauriger Anblick: Der erlegte Wolf weist insgesamt vier Einschüsse auf)

Zwei Schützen hatten Schüsse auf den nach ihren Aussagen bereits verletzten, 37 Kilogramm schweren Wolfsrüden abgegeben.Wie die Jägerschaft Uelzen mitteilt, wies der Wolf „einen Einschuss auf dem Nasenrücken auf,von dem Geschossteile in den Rachenraum eindrangen und im Bereich der Vorderzähne austraten. Der linke Vorderlauf war im Pfotenbereich zerschossen, ein weiterer Einschuss befand sich im hinteren Lendenwirbelbereich, der vierte Schuss war der Fangschuss auf die Kammer.
“ NABU, Deutscher Jagdschutzverband (DJV) und Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) haben auf den Abschuss mit Unverständnis und Bestürzung reagiert und eine gemeinsame Strafanzeige angekündigt.
„Die Jägerschaft steht einer natürlichen Rückkehr von Großsäugern positiv gegenüber. Konflikte lassen sich nur durch eine intensive Zusammenarbeit aller beteiligten Behörden und Verbände sowie das Aufstellen von Managementplänen verhindern. Illegale Abschüsse stellen keine Lösung dar und werden von uns zutiefst verurteilt“ so LJN-Präsident Professor Dr. Dr. Klaus Pohlmeyer.
„Wir setzen uns für ein Zusammenleben von Menschen und Wölfen in Deutschland ein“, so Christian Unselt, NABU-Vizepräsident.
Das Beispiel zahlreicher europäischer Länder zeige, dass dies möglich sei. „Wir müssen gemeinsam lernen, mit Rückkehrern wie dem Wolf zu leben“, so Pohlmeyer und Unselt.
Wölfe unterliegen dem Naturschutzrecht und gehören zu den streng geschützten Arten. Deshalb dürfen Jäger nicht eigenmächtig verletzte Tiere von ihrem Leid erlösen. DJV-Präsident Jochen Borchert stellte klar: „Sollten Jäger einen verletzten Wolf im Revier antreffen, dann müssen sie unverzüglich die Polizei oder einen Veterinär benachrichtigen. Diese leiten dann die notwendigen Schritte ein.“
NABU, LJN und DJV setzen darauf, dass die Hintergründe des Abschusses rasch ermittelt und die Täter zur Verantwortung gezogen werden. Ausgehend von der polnischen Wolfspopulation sind die Wölfe wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Nach mehr als 140 Jahren waren im Jahr 2000 in der sächsischen Lausitz erstmals wieder freilebende Wölfe in Deutschland geboren worden. Derzeit leben in Sachsen und Brandenburg vier Familienverbände. Die Gesamtzahl der in Deutschland lebenden Wölfe liegt bei etwa 35 Tieren.


Ich bedanke mich ganz herzlich bei Nabu (http://www.nabu.de)",
dafür, das ich diesen Artikel in meiner HP veröffentlichen durfte.
Denn ich bin der Meinung, je mehr Leute diesen traurigen Artikel lesen, umso besser!!!