Strafe für Wolfsschützen
Hohe Geldstrafen für die Schützen erteilt / Jäger legen Widerspruch ein
5. August 2008: Im Dezember 2007 wurde in Niedersachsen ein Wolfsrüde erlegt. Die Jäger hatten erklärt, den Wolf erschossen zu haben, um ihn von Qualen einer Verletzung zu erlösen. Einem Gutachten zufolge war der Wolf jedoch noch überlebensfähig. Wölfe sind streng geschützt. Jäger dürfen auch verletzte Tiere nicht eigenmächtig von ihrem Leid erlösen. Das Amtsgericht Dannenberg hat jetzt Geldstrafen in Höhe von 10.800 und 4.000 Euro erteilt.

Trauriger Anblick: Der erlegte Wolf weist insgesamt vier Einschüsse auf.

Das Amtsgericht Dannenberg hat jetzt Strafbefehle gegen die Jäger erlassen. Ein 46-Jähriger soll für seine tödlichen Schüsse 10.800 Euro, sein 52 Jahre alter Jagdgefährte, der einmal feuerte, 4.000 Euro zahlen, sagte Staatsanwältin Angelika Klee am Montag in Lüneburg. Zwar habe ein Gutachten der Tierärztlichen Hochschule Hannover ergeben, dass das streng geschützte Tier bereits eine Schussverletzung am Vorderlauf hatte, als es die Jäger bei Gedelitz (Kreis Lüchow-Dannenberg) erlegten. Der Wolf sei aber überlebensfähig gewesen und konnte noch laufen, sagte Klee. „Es wird ein Verfahren geben, weil die beiden den Strafantrag nicht akzeptieren.“
Die Jäger hatten erklärt, den drei bis vier Jahre alten Rüden erschossen zu haben, um ihn von seinen Qualen zu erlösen. Wölfe unterliegen aber dem Naturschutzrecht und gehören zu den streng geschützten Arten. Deshalb dürfen Jäger nicht eigenmächtig verletzte Tiere von ihrem Leid erlösen. Auch verwundet dürfen sie nur von einem Amtstierarzt getötet werden. Dem Gutachten zufolge hatte ein erster Schuss des 46-Jährigen den Wolf sofort bewegungsunfähig gemacht. Der Mann feuerte erneut und tötete den Grauwolf schließlich mit einem dritten Schuss. Der 52- Jährige gab zwischendurch einen Schuss ab, der das Tier nur verletzte. Der Schütze des ersten Schusses konnte trotz umfangreicher Ermittlung nicht ausfindig gemacht werden. Damit droht ein ganz wesentlicher Vorgang ungeahndet zu bleiben: der Versuch, einen frei lebenden, gesunden Wolf zu töten.


In der Lausitz lebt eine lahmende Wölfin. Wäre sie erschossen worden, gäbe es dort heute kein Rudel.

Markus Bathen vom NABU-Projekt ‚Willkommen Wolf!’ betont die große Bedeutung der Forderung nach einem Amtstierarzt: „In der Lausitz lebt eine einäugige und lahmende Wölfin. Nach dem Maßstab den die verurteilten Schützen an den Tag gelegt haben, wäre auch diese Wölfin ‚von ihren Qualen zu erlösen’ gewesen. Tatsächlich attestiert die Natur ihr jedoch mit jedem erfolgreich aufgezogenen Jungtier absolute Lebensfähigkeit!“ Die gehandikapte Wölfin ist Mutter eines Rudels und schenkt seit Jahren Wolfswelpen das Leben.
Der Wolf ist mit geschätzten 30 Tieren das seltenste Säugetier Deutschlands und gilt auch zehn Jahre nach seiner Rückkehr als akut vom Aussterben bedroht. Bereits im Sommer 2007 war in Südbrandenburg ein Wolf von Unbekannten getötet worden. Der NABU wirbt mit seinem Projekt „Willkommen Wolf!“ für die Nachbarschaft von Mensch und Wolf.


Ich bedanke mich ganz herzlich bei Nabu (http://www.nabu.de)",
dafür, das ich diesen Artikel in meiner HP veröffentlichen durfte.